09241-80 86 688 post@claudia-schramm.com

Tagebuch schreiben gehört meiner Meinung nach zu den besten Tätigkeiten, um den Kopf von aktuellen (und meistens belastenden) Gedanken frei zu bekommen. Tagebuch schreiben ist mein Mittel der Wahl, um sowohl schöne Ereignisse als auch alltägliche Begebenheiten zu erinnern und im Tagebuch dokumentiere ich mein Leben.

An den Tagen, an denen ich morgens nicht schreiben kann, fühle ich mich nicht genau so klar und strukturiert wie an den Tagen, an denen es mir gelingt.

Die Kläranlage des Geistes

Ich glaube, ich bin vor Jahren über Vera F. Birkenbihl und ihre sogenannte „Kläranlage des Geistes“ zum ausführlichen und unzensierten Schreiben gekommen.
Ihre Ausführungen zum Ausleeren des Kopfes fand ich dann später auch noch durch Julia Camerons Idee der „Morgenseiten“ bestätigt.

memo-klaeranlage

Regelmäßiges Schreiben klärt und reinigt die Gedanken und ist ein hervorragendes Mittel zur persönlichen Weiterentwicklung.

Wie du mit einem Tagebuch beginnen kannst

Regelmäßiges Schreiben gelingt am besten, wenn es als Gewohnheit ausgeübt wird.

Die Zutaten für eine gute neue Gewohnheit sind:

  • Ort
  • Zeitpunkt
  • Material

Der Ort ist idealerweise eine ruhige, gemütliche Ecke, ein gemütlicher Sitzplatz mit guter Beleuchtung, einem bequemen Stuhl und ausreichend freier Tischfläche zum Schreiben.

Der Zeitpunkt richtet sich nach den alltäglichen Begebenheiten und danach, ob du eher ein Morgenmensch oder ein Nachtmensch bist.

Es kann sein, dass es für dich leichter ist, morgens 15 Minuten früher als sonst aufzustehen und einige wenige Sätze ins Tagebuch zu schreiben als abends nach einem vollen Tag noch mühsam die verbleibende Energie zum Schreiben zusammmenzukratzen.

Das Material muss keineswegs aufwendig sein: für den Anfang und zum Ausprobieren ist ein ganz simples 35-Cent-Schulheft eine ideale Sache. Ob du Gefallen am Tagebuchschreiben findest, wird ohnehin nur die Praxis zeigen.

Es ist also für Beginner absolut nicht nötig, ein teures handgebundenes Notizbuch und einen epischen Füllfederhalter zu kaufen.

„Use what you have / Nimm, was du hast“ ist ein Motto, das die Einstiegshürde erfreulich niedrig setzt.

Mit der Zeit wird sich dann ohnehin eine Vorliebe in die ein oder andere Richtung entwickeln: Fürs Schreiben unterwegs, z.B. im Café sind kleine, dünne Notizhefte oder kleinformatige Tagebücher praktischer.

Manch einer wird vielleicht auch lieber doch ein einzelnes, großes, richtig wertvolles handgebundenes Buch nutzen wollen. Der eine liebt Kuli und Bleistift und schreibt eher spontan, ein anderer dagegen nimmt sich viel Zeit, um fast meditativ Seite um Seite zu füllen.

Es gibt sowieso nur eine einzige Regel:

Alles ist erlaubt.

Es gibt übrigens auch Tagebücher auf Karteikarten. Alles, was funktioniert, ist sinnvoll.

Und was soll ich jetzt schreiben?

Probiere doch einfach aus! Tagebuchschreiben ist eine schöne Sache und mit einem preiswerten Schulheft und einem Stift hast du bereits alles was du brauchst.

Ideen für den Anfang

Beginne mit einem einzigen Satz, der einen Blick auf den vergangenen Tag wirft:

  • Was war das beste Ereignis heute?

Ich schreibe meinen Rückblick auf den Tag übrigens immer morgens, direkt nach dem Aufstehen. Auch da sind die Erinnerungen frisch genug.

Oder beginne mit einem Ausblick auf den Tag:

  • Was habe ich heute vor?

Was willst du heute erreichen? Was muss erledigt werden und was könnte als Bonbon dazukommen?

Oder mach beides: Rückblick und Vorschau.

Experimentiere! Ein Tagebuch ist zutiefst individuell. Finde deinen eigenen einzigartigen Stil. Und probiere es aus!

Tagebuch schreiben ist eine zutiefst befriedigende Erfahrung.