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p1130559.JPGDa habe ich schon einige Monate ein richtig großes Projekt vor mir her geschoben: Auf meinem früheren Laptop hatte ich nur eine relativ kleine Festplatte zur Verfügung, somit existierten sehr viele Sicherungskopien (CDs und DVDs) von allen meinen Digitalbildern und ich hatte nur noch die absolut neuesten hier auf meiner aktuellen Festplatte.

Ein Teil der älteren Fotos lagert auf einer externen Festplatte, jedoch auch nicht alle und irgendwie beschleicht mich immer wieder das ungute Gefühl, dass da was verloren gehen könnte, zumal eben die glänzenden Scheiben auch nicht das ewige Leben haben.
Einige Digitalfoto-Sicherungen sind jetzt durchaus schon 6 oder 7 Jahre alt und somit erreicht das Speichermedium schon bald das Ende seiner prognostizierten Lebensdauer. Was also tun? Es herrscht ein gewisses Chaos und die Menge der Bilder ist schier unüberschaubar.

Zudem gibt es hier einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema „Archivieren“, in dem genau auch die Problematik kompatibler Formate, begrenzter Lebensdauer von Speichermedien und fortschreitender technischer Entwicklung (ich sage nur Floppy Disk Drei-ein-viertel-Zoll!) diskutiert wird. Der hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Wußten Sie, dass die NASA ganze Lagerhallen voller uralter Computer hat, nur weil diese Geräte die einzigen in der Welt sind, die heute noch die Daten der Mondlandung 1969 lesen können? Das schafft kein BlueRay-Laufwerk heute!

Zurück zu meiner umfangreichen Digitalbild-Sammlung: Die einzige sinnvolle Lösung ist, alles an einem Ort zu vereinen und von diesem Ort aus adäquate Sicherungskopien zu machen. Vor diesem Sortier- und Kopier-Kram habe ich mich wohlweislich lange gedrückt. Eine echte Unlust-Aufgabe.

Wie so oft kommt der Anstoß zum Handeln dann aus einer ganz unerwarteten Richtung. Meine Freundin erzählte mir, dass sie sich mit Picasa, dem kostenlosen Bildverwaltungsprogramm von Google eine Collage gemacht hat. Picasa kannte ich von früher, hatte es aber nicht mehr installiert. Das habe ich nachgeholt und seither darf ich staunen, wo überall auf meinem Rechner sich noch Bilder verstecken!

Es macht zusehends Spass, die alten CDs wieder auf eine speziell angelegte „Foto-“ Partition meiner Festplatte aufzuspielen und zuzusehen, wie Picasa alles ver-indext (ich will jetzt nicht „indizieren“ sagen – das hat grad so um den Jahrestag der Bücherverbrennungen herum so einen Beigeschmack).

Die einzelnen Schritte:

  • Eine Partition auf der Festplatte nur für Fotos erstellen – möglichst groß 😉
  • Ordner für die einzelnen Jahre anlegen (die reichen bei mir zurück bis ins Jahr 2000, der Jungsteinzeit der Digitalfotografie)
  • Alle CDs und DVDs werden in der Wohnung zusammengesucht und an einem Ort gesammelt
  • Eine Karteikarte trennt schon kopierte von noch nicht kopierten Datenträgern…
  • Ein durchgängiges Ordnungssystem für die Dateien ist sehr hilfreich, ich benenne die Ordner mit den Fotos grundsätzlich nach dem Schema „Jahr-Monat-Tag der Aufnahme„, evtl. ergänzt durch ein Stichwort, das den Inhalt beschreibt. So wird eine chronologische Sortierung möglich. Wenn Sie das bisher nicht hatten, können Sie die Daten ja ab jetzt so abspeichern, für ältere Daten reicht es sicher, diese grob in Monatsordner zu sortieren.

Jetzt geht es ans kopieren. Picasa erkennt automatisch Duplikate, sehr fein.
Wenn alles geschafft ist, darf geschwelgt werden – Picasa hat eine Zeitstrahl-Funktion, so kann man sehr leicht ein bestimmtes Zeitfenster anwählen (huch, klingt ein wenig wie Stargate *gg*)

Man kann auch chronologisch die einzelnen Ordner anschauen und jetzt kommt der eigentliche Vorteil von Picasa: Ich kann beliebeig viele Alben anlegen und nach Themen sortieren: Mein Heimatort, meine Kinder, Meine Wohnung, Interessantes für den Blog, Blumen, Tiere, Gebäude, Fundsachen, Urlaub hier und Urlaub dort…. alles ist endlich sortierbar und einzelnen Themen zuordenbar.

Die einzelnen Dateien bleiben dabei an Ort und Stelle, aber im Album habe ich trotzdem unmittelbaren Zugriff auf alle zugehörigen Fotos. Und es ist wesentlich weniger aufwendig, als alle Fotos mit „tags“ zu versehen, auch wenn „Tag2find“ eine fantastische Idee ist…

…mit Picasa geht es für meine Zwecke völlig ausreichend und vor allem schneller. Immerhin spreche ich hier von momentan etwa 22.000 Bilddateien…(und ich bin leider doch noch nicht ganz fertig mit dem Zusammensammeln, weil die Partition doch schneller als erwartet voll geworden ist…)
Mir gefallen auch an Picasa die vielen netten Möglichkeiten, gerade bei der schnellen Bildbearbeitung: schiefe Fotos geraderücken, zuschneiden, drucken, …alles viel schneller und anwenderfreundlicher als z.B. mit dem Micros*ft Picture Manager.