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Tja, manchmal gibt es so Phasen, wo einem die Nerven durchgehen oder man wie ein Kaninchen vor der Schlange sitzt und nix Vernünftiges oder am Ende sogar Produktives auf die Reihe kriegt. Man ist einfach nur hibbelig und kurz vor dem Durchdrehen.

Im Kindergarten haben meine Kinder öfters mal solche runden Mandalas ausgemalt, das beruhigt grundsätzlich auch sehr, aber ist nicht so mein Fall. Außerdem mag ich vorgefertigte Ausmalbilder nicht. Auch wäre es mir zu umständlich, wenn ich erst selber ein symmetrisches rundes und multiaxiales Mandala konstruieren müsste. Zuviel Regeln, Konstruktion, Druck. Genau. Und Druck ist das Letzte, was ich jetzt brauchen kann.

Irgendwo hab ich mal was von Zentangles® oder Doodles (das Zeugs, was man beim Telefonieren auf die Schreibtischunterlage kritzelt) gelesen und hab mir daraus meine eigene Mandala-Zeichnungs-Meditiation gebastelt… und weil ich auch daran gedacht habe, mal zwischendurch ein Zwischenstandsfoto zu machen, gibt es obiges kleines Filmchen.

Ich versuche mal eine kurze Beschreibung der Entstehung einer solchen meditativen und detailreichen Zeichnung (Kritzelei?):

1) nimm ein leeres Blatt Papier, es darf gerne auch in einem Blanko-Skizzen-Tagebuch sein.

Allzugroß sollte es nicht sein, denn das ist sonst ordentlich Fläche. Für obiges etwa A5-großes Werk bin ich geschätzte eineinhalb Stunden gesessen… das klingt nach viel Zeit, ist aber eine wunderbare meditative Beschäftigung, wenn man dem Kind ohnehin Gesellschaft bei den Hausaufgaben leistet.

2) zeichne einen Rahmen, etwa einen halben bis einen Zentimeter vom Blattrand entfernt.

3) zeichne eine mehrfach verschlungene Linie in das entstandene Feld.

Einfach den Stift irgendwo am Rand ansetzen und dann ein bisschen innerhalb des Rahmens „spazierengehen“, der Endpunkt ist auch wieder irgendwo am Rand und schon hat man erste vorgegebene Unterteilungen…

4) fülle einzelne Felder mit beliebigen Mustern.

Alles ist erlaubt. Punkte, Striche, Mäander, Kreise, Herzen, Blätter, Sterne, Balken, Karos, Kringel, Schnecken, Wellen, Sonnen, Monde, Raster, Schraffuren.

Lass Dir was einfallen 😉

Möglichst viel 😉

5) wiederhole Schritt 4 … bis das Blatt gefüllt ist…

– oder – Du keine Lust mehr hast

– oder – Du mit dem entstandenen Werk zufrieden bist.

Das können völlig verschiedene Zeitpunkte sein. Und ja: natürlich muss das nicht in einem Rutsch fertiggestellt werden. Das geht auch in mehreren Portionen.

Es gibt ohnehin nur eine Regel: Hab Spaß!

Ich verwende einen schwarzen Edding 1800 mit einer 0,1mm dünnen Spitze und zeichne in ein Blanko-Buch von Tushita, das etwas größer als A5 ist und fantastisches Papier hat.

edit 1: @Drachenfreundin hat mich dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass der Begriff „Zentangle®“ mittlerweile eine geschütze Marke ist – ich werde diesen Begriff nunmehr nicht wieder verwenden, um Abmahnungen zu vermeiden. Ob dadurch die Bekanntheit der Erfindung steigen wird?

edit 2: hier ist die fertige Zeichnung aus dem Video zu sehen:

Zeichnung 3