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Vom Entwurf zum Plakat

Dieses Frühjahr wird unsere Kantorei am 22. März 2015 das Karfreitags-Oratorium „Gethsemane und Golgatha“ von Friedrich Schneider aufführen.

Ich mache immer wieder gerne die Plakate für unsere Konzerte, denn das ist jedes Mal ein Projekt, das eine ganz eigene Dynamik hat. Anders als bei manchen anderen kreativen Betätigungen ist das Erstellen eines druckfähigen Layoutes ein Prozess, der klar definiert abläuft und am Ende ein sehr handfestes Ergebnis hat.

Um einen Einblick in die Entstehung eines Plakates zu gewähren, zeige ich heute einmal den ersten Teil: Die Entstehung der Illustration.

Schon im Dezember, noch bevor die Proben zum Oratorium begannen, habe ich im Skizzenbuch mit ersten Ideen für das Motiv begonnen.

Skizzen

Danach war dann eine längere Reifungsphase – okay, korrekterweise gestehe ich: Alltag 😉

Im Februar ging es dann konkret an die Arbeit, denn für ein Plakat muss man eine ordentliche Vorlaufzeit einrechnen… hierüber habe ich schon vor einigen Jahren einen Artikel geschrieben, der die ganze Problematik des Prozesses verdeutlicht:

Plakate gestalten und produzieren.

Werdegang der Illustration

Zunächst habe ich einen dunkel grundierten Hintergrund angefertigt, schließlich hat sich schon in den allerersten Skizzen die Idee einer nächtlichen Szene angedeutet.

Um die Komposition zu testen, habe ich einen frisch gelernten Kniff angewendet: die Formen werden aus Papier ausgeschnitten und diese kann man dann bis zu einer gefälligen Komposition auf der Fläche hin und her schieben.

Hier im Bild das (vorläufige amtliche) Endergebnis:
20150204_080524

Dann wird das gewählte Layout mit Bleistift „fixiert“ – sprich einfach aufgezeichnet.

Natürlich habe ich von diesem Zwischenschritt auch ein Foto gemacht, aber ganz ehrlich: graue Linien auf dunkelgrünem Hintergrund sind massiv aussagekräftig… also lassen wir das hier weg.

„Gravur“

Viel schöner sieht schon der nächste Schritt aus: die Details der Zeichnung werden mit einem Stift in den Untergrund graviert.

Das mache ich nicht bei jedem Bild so – denn das braucht a) relativ viel Kraft und b) wäre das ja langweilig, wenn ich immer das gleiche machen würde.

Aber für diese Illustration habe ich mir den Effekt so vorgestellt.

20150204_105649

Farbgebung

Die zuvor eingravierten Linien treten dunkel hervor, sobald mit Kreide die farbigen Flächen angelegt werden. Ich liebe diesen Effekt!

20150204_105701

Hier ist ein Zwischenstand dokumentiert, als alle Bäume farbig angelegt waren. Noch ist von Gethsemane und Golgatha nicht sehr viel zu erkennen…

20150204_105726

… einige Stunden später ist die Illustration fertig.

 

20150204_122358

Das fertige Bild zeigt den Garten Gethsemane bei Nacht. Zwischen den vom Mond beschienenen Olivenbäumen ist im Hintergrund der Hügel Golgatha zu sehen.

Zentrales Bildmotiv ist der „bittere Kelch“, der auf einem Felsen zwischen den Bäumen steht.

Im Vordergrund ist der Hahn erkennbar, der später in der Passionsgeschichte erwähnt wird. Hier schläft der Hahn noch 😉

Fertig zur Verwendung im Plakat

So sieht dann das fertige Endprodukt aus – ein Plakat für unser Konzert…

Der zweite Teil – wie die Illustration ins Plakat kommt – wäre dann Thema für einen anderen Artikel … denn: Der Zusammenbau von Illustration und dem ganzen Rest zu einem fertigen Plakat ist ein bisschen mit Stolperfallen und Hindernissen gespickt.

 

2015-03-22-Plakat A2-Gethsemane und Golgatha

 

Herzliche Einladung zum Konzert!

Das Oratorium wird ein ganz besonderes Schmankerl, denn dieses Stück ist nicht alle Nase lang in den Konzertsälen zu hören.

Das Karfreitags-Oratorium von Friedrich Schneider wurde erst letztes Jahr wiederentdeckt und seitdem bisher ein einziges Mal aufgeführt.

Deswegen finden sich davon auch noch keine Videos davon bei Youtube (das ist sonst meine bevorzugte Variante, um schwierige Passagen z.B. einer H-Moll-Messe oder eines Elias ins Ohr zu bekommen)

Unser Konzert am 22. März 2015 wird sicher ein ganz besonderes Erlebnis – die Musik ist jedenfalls wunderbar romantisch!