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Gestern bin ich vom Rad gestürzt. Ich bin am Straßenrand auf den Grünstreifen geraten, kam ins Schlingern und konnte das Rad noch eine Weile stabil halten. Aber beim finalen Bremsversuch habe ich mich dann doch kopfüber flachgelegt. Doch auch ein solch unangenehmes Ereignis beinhaltete eine Menge Glück im Unglück.

Zum Glück sind es nur ein paar Prellungen und Schürfwunden, es ist nix Ernstliches passiert.

Als ich heute nacht einmal ein bisschen wachgelegen bin, ging mir das Ganze natürlich nochmal durch den Kopf. Ich finde erwähnenswert, dass ich am Abend trotz des Unfalls und der doch unangenehmen Folgen wirklich mit einem Glücksgefühl im Herzen eingeschlafen bin.

Ich glaube, dass dies ein Teil meiner zutiefst positiven Einstellung ist.

Weil ich das so von außen betrachtet doch auch ein bisschen erstaunlich finde, erzähle ich ein bisschen genauer…

Was ich selber verschusselt habe …

Natürlich bin ich mit 40 Sachen den Berg runter – das ist ja das, was Spaß macht.

Den Unfall habe ich auch komplett selber verschuldet, weil ich nach links guckte, wo das Haus eines Freundes ins Sichtfeld kam. Als ich den Gemahl wild gestikulierend darauf hinwies, bin ich zurecht ins Schlingern gekommen.

… und was an der ganzen Sache alles gut war:

Dass aber ebenjener Freund eben auch nur 500 m vom Unfallort entfernt wohnt, einen Transporter hat und uns samt meinem lädierten Rad umgehend die 10 km nach Hause gefahren hat – das ist eben auch ein Glücksfall.

Natürlich ist es scheiße, wenn man mit dem Kopf voran bremst. Aber als Glücksfall empfinde ich, dass ich konsequent immer einen Helm beim Radeln trage – und von dieser Regel never ever abweiche.
Nicht auszudenken, was das für Folgen gehabt hätte, wäre ich „oben ohne“ rumgefahren.

Krankenhäuser sind nicht mein bevorzugtes Revier für Sonntagnachmittage. Doch mit großer Dankbarkeit nehme ich zur Kenntnis, dass ich dort gegen Aushändigung meiner Krankenkassenkarte –  und OHNE teure Vorauszahlungen leisten zu müssen –  auch am Sonntag von drei medizinischen Angestellten versorgt werde: Ein Arzt legt Verbände an, eine Assistentin hilft und eine weitere MTA (Medizinisch technische Angestellte) hätte den Kopf geröntgt, falls ich das gewollt hätte.

Mit fast kindlichem Staunen schaue ich zu, wie der Arzt aus speziell versiegelten Päckchen Silbergewebe entnimmt und meine Schürfwunden damit bedeckt. Wie wunderbar ist unsere ganze medizinische und technische Errungenschaft!!

Glück im Unglück

Glück im Unglück

Ich bin auch superdankbar, dass ich mit ein bisschen Seife den Ehering über den lädierten Ringfinger abbekommen habe. Der Gemahl bewahrt ihn jetzt im Geldbeutel auf. Der Ring hätte ansonsten aufgeschnitten werden müssen.
Und ja, es hat weh getan, den Ring über das verletzte Gelenk zu ziehen… *örgs*

Am meisten bin ich aber dankbar, dass mein Mann immer da war und mich umsorgt hat.

Er hat mir Eisbeutel für die Backe gebracht und mir einfach emotionalen Halt gegeben. Er hat mit mir im Krankenhaus gewartet, er hat mein Handy von der Straße aufgeklaubt und eingesteckt (Danke, Erfinder der Lederschutzhülle, die jetzt Abriebspuren hat!) – im Leben hätte ich da in meinem Schock nicht drangedacht.

Und als ich diese Ereignisse am Abend so beim zu Bett gehen in meinen Gedanken bewegt habe, da ist mir trotz der widrigen Umstände mein Herz einfach in Dankbarkeit und Glück zerflossen…

Takeaway:

  • Jeder missliche Umstand hat möglicherweise auch eine postitive Seite… kannst du ihn erkennen?
  • „Wer einen Kopf hat, setzt auch einen Helm auf.“Von dieser Regel mache ich keine Ausnahme. NEVER EVER! Der Spruch wurde mir übrigens damals von meinem Fahrlehrer in die DNA implantiert, als ich Motorradführerschein machte 😉