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Zufallsfund

Wie war das bei mir mit der Kreativität? Ja, als Teenager hab ich gern gezeichnet und dann war irgendwie über lange Jahre nichts mehr los.

Hin und wieder hat sich die unerfüllte Sehnsucht in mir geregt… gemerkt hab ich das immer wieder mal beim Aufräumen, wenn ich wieder einmal über diverse Kisten mit Künstlerbedarf und Bastelzeugs gestolpert bin… ich kann ja an solchen Läden nur ganz schwer vorbeigehen 😉

Gemalt oder gezeichnet habe ich dann dennoch nicht. Oder wenn ich mich aufgerafft habe, ein Bild zu versuchen (meistens mit den doch relativ leicht zugänglichen Wasserfarben), dann war ich superfrustriert, wenn das Ergebnis auf dem Papier nicht annähernd so ausgesehen hat, wie meine Idee im Kopf.

Viele solcher Werke sind im Müll gelandet und haben meiner Sehnsucht nach Kreativität einen Dämpfer verpasst, der dann manchmal jahrelang alle weiteren Versuche unterbunden hat.

Dennoch habe ich doch immer wieder Pinsel, Farben, Bastelmaterial und ähnliches Zeugs nach Hause geschleppt und dort ist es dann erstmal in irgendeiner Ecke gelandet. Es hat lange Jahre gedauert, bis ich bemerkt habe, dass allein der Kauf der Farben noch keine Bilder erschafft, sondern das Material ja nur die MÖGLICHKEIT beinhaltet, kreativ zu werden.

Der wesentliche Schritt ist, tatsächlich aktiv zu werden. Meistens klaffte dann allerdings die oben beschriebene krasse Lücke zwischen meiner Vorstellung und der Realität, die ich aufs Papier zbrachte, so dass ich es oft gleich wieder habe bleiben lassen.

Das hätte ewig so weiter gehen können. Aber es gab jene eine Initialzündung, bei dem ich wie elektrisiert vor einem Foto gestanden habe (siehe oben) und begriffen habe, dass es da diese Sehnsucht gibt, kreativ zu sein.

Auf dem Foto sieht man mitnichten irgendwelche Künstler mit Pinseln oder irgendwelche tollen Kunstwerke – nein, es ist ein Bild von einer Kinderaktion im hiesigen Einkaufszentrum: Indianerthemen, Kinder-Schminken, eine Schale mit Perlen, ein grober Brettertisch als Werktisch.

Was es genau war, das mich so elektrisiert hat, weiß ich nicht mehr, aber ich habe das Bild fotografiert und so mit nach Hause genommen und seither war es eben anders.

Nicht mehr nur das Horten von Farben und Pinseln, sondern auch zaghafte Gehversuche und gleichzeitig die Orientierung an diversen Vorbildern:

  • Wie machen das andere Künstler?
  • Welche Künstler mag ich überhaupt?
  • Welche Bilder und Kunstwerke gefallen mir?
  • Warum sieht das bei den anderen immer cool aus und bei mir nicht?

Eine lange Phase des Probierens begann.

Meine Sehnsucht war zum Glück sehr hartnäckig und hat sich deutlich zu Wort gemeldet. Zum Glück habe ich aufgehorcht und habe dann auch die entsprechenden Wege und Mittel gefunden, die es mir ermöglicht haben, auch ohne Frust üben zu können und den inneren Kritiker lange genug auszuschalten, um weiterzukommen.

Treue Leser erinnern sich noch an meine Übungen aus dem wirklich fantastischen und empfehlenswerten Buch Drawing Lab – das mittlerweile auch auf Deutsch erhältlich ist! Und das ist ja nicht alles, in den Weiten des Web 2.0 gibt es zuhauf wunderschöne Blogs von Künstlern und Künstlerinnen, die einen an ihrer Arbeit und ihrer Entwicklung teilhaben lassen.

Langsam habe ich dazugelernt, habe verstanden, dass die größte Blockade der innere Kritiker ist und habe durch beständiges Üben und Lernen und Nachahmen und Ausprobieren endlich Fortschritte gemacht. Heute bin ich zufrieden mit dem Ergebnis dessen, was ich imstande bin aufs Papier zu bringen. Meistens jedenfalls. 🙄

Die Lücke zwischen Vorstellung und Realität gibt es immer noch… nur jetzt mag ich das Ergebnis 😉