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Es ist ja doch schon einige Zeit her, dass ich mich mit Ernährungsthemen befasst habe. Durch Zufall (??) bin ich auf eine informative Seite gestoßen, die sehr viele Artikel zu Ernährung, Naturheilkunde und Alternativer Medizin bereithält. Unter anderem gibt es dort einen Artikel zu Adipositas.

Adi..was? OK, wer wie ich ein bisschen pummelig ist, der kennt den Begriff vielleicht, er beschreibt Übergewicht. Leider die ernsthafte, massive und gesundheitsschädliche Variante. Gemessen wird es per BMI (eine zweifelhafte Methode, aber das wäre ein anderer Artikel …) Ab einem BMI (BodyMassIndex) von 30 spricht der Mediziner von krankhafter Fettsucht oder Adipositas.

Lange genug quäle ich mich jetzt schon mit den verschiedensten Methoden zum Abnehmen, meine diversen Fehlversuche habe ich ja bereits dokumentiert: Weight Watchers oder Metabolic Balance.

Ergänzt wird das Ganze jetzt noch mit Trennkost, „Schlank im Schlaf“ und „Ich bin dann mal schlank …“ und „Leichter leben in Deutschland“ – alles sehr wunderbare Konzepte, die eine ausgewogene Ernährung versprechen, eigentlich keinerlei Mangelgefühle aufkommen lassen dürften und dann auch noch die Pfunde purzeln lassen. Wie geil ist wäre das denn?

Nur – ich sitze vor meinem abendlichen Gemüse-Eiweiß-Teller, wunderbare gedünstete Zucchini mit Zwiebelchen, dazu ein leckeres Lachsfilet… und alles in mir schreit nach einem einzigen Stückchen Brot. Oder Kartoffel. oder Marmelade. Irgendwas mit Kohlenhydraten. Nudeln, ich sehe Nudeln … Es ist zum Verzweifeln. Zwei, drei Tage (Abende) kann ich sowas durchziehen, dann ist Sense und meine Nerven nur noch ein loses Bündel.

Und dann kommt dieser Artikel. Adipositas. Ja, vermutlich muss auch ich mich da einsortieren, ich habe einfach zuviel auf den Rippen … Und anstatt wiederum irgendeine Entschlackungs-Trenn-Metabolic-Eiweiß-fit-forever-Balance-Diät anzupreisen (ich habe meine Ulrich Strunz-Exemplare übrigens der Stadtbücherei vermacht…) finde ich plötzlich diese Sätze:

  • (…) mögliche Faktoren, die die Entstehung von Adipositas begünstigen, sind multiple Nährstoffmängel, dysfunktionale Organsysteme, aus dem Gleichgewicht geratene endokrine und hormonale Aktivitäten, Sucht, Depression, Erschöpfung und Gefühle von psychischer und spiritueller Leere.
  • Eine der größten psychischen Komponenten der Adipositas ist die Sucht. Menschen essen aus völlig verschiedenen Gründen: zur Unterhaltung, zum Trost, als Ersatz für Sex oder was auch immer. Wenn sich dieses Verhalten bis ins Extrem steigert, fördert es die Selbstzufriedenheit und damit Unvermögen Risiken einzugehen und etwas anderes auszuprobieren.
  • Mit der Adipositas geht ein Gefühl spiritueller Leere einher, wobei viele Menschen diese Leere auf die eine oder andere Art mit Essen füllen wollen.
  • Um die Sucht zu besiegen, müssen wir als ganze Menschen leben. Wir sollten alle verschiedenen Aspekte des Lebens integrieren und uns an Ihnen erfreuen. Wir müssen uns, zumindest bis zu einem gewissen Maß, aller inneren Prozesse bewusst werden – physische, emotionale, mentale und spirituelle. Wenn wir einen dieser Teile von uns vernachlässigen, ist eine Degeneration unvermeidlich.
  • Es ist zwar wahr, dass Menschen spazieren gehen und sich Bewegung verschaffen sollten, um gesund zu werden, doch das allein ist nicht genug. Genauso wichtig ist die Bewegung auf geistiger und emotionaler Ebene. Menschen müssen auch denken und fühlen, um ganzheitliche, vollständige Wesen zu sein.
  • Die allgemein vorgeschriebene Lösung des „weniger Essens und mehr Bewegens“ stellt keine Lösung dar, weil sie nicht einen dieser Schlüsselpunkte berührt.

Lesen Sie unbedingt den ganzen Artikel, selbst wenn Sie keine Adipositas haben, sondern nur ein bisschen Übergewicht. Oder nicht einmal das.

Was ich daraus mache, weiß ich noch nicht. Ich merke nur, dass alle Anstrengungen der letzten Zeit trotzdem nicht verhindern konnten, dass ich mich zunehmend schlapp und ausgelaugt fühle. Kein Bewegungsprogramm, kein Diätversuch haben mir wirklich spürbare Verbesserungen gebracht.

Viel zu schnell ist wieder über alle verzweifelten Versuche, Gewohnheiten zu verändern der Alltag hereingebrochen.

Und nun gibt es diese völlig neue Sichtweise… Eine spirituelle Suche. Alle Aspekte des Lebens integrieren. Als ganzer Mensch leben.

Keine einzige Ernährungsempfehlung hat bisher diese Seite der Medaille auch nur im Entferntesten angesprochen. Immer ging es um weniger essen und mehr bewegen

Erst gestern habe ich von einer Freundin den Linktipp zu einem Podcast bekommen. Ein Interview mit Andrea Sixt, die ihr Leben nach dem Brustkrebs komplett verwandelt hat.

Ein Umdenken hin zur Ganzheitlichkeit, hin zu einem Leben voller Freude und Gesundheit vollzieht sich in kleinen Schritten…  Hören Sie selbst und gönnen Sie sich die fast 30 Minuten – sie könnten wirklich gut angelegt sein.  Damit langsam eine neue Denkweise ins Bewußsein einsickert…

edit: der Podcast ist nicht mehr verfügbar. Hier ist stattdessen ein Interview mit Andrea Sixt zu lesen: 14 Jahre danach